Schneller als die Konkurrenz?

Neues Orbea Oiz im Test

Orbea setzt bei seinem neuesten Oiz auf eine klassische Erfolgsformel, an die sich kaum noch ein Hersteller herantraut: Konsequente Gewichtsreduktion gepaart mit maximaler Steifigkeit. Das Ergebnis ist ein extrem schnelles Race- und Trailbike der Zehn-Kilo-Klasse. Markiert dieser radikale Verzicht auf modischen Ballast die technologische Speerspitze der Evolution? Oder handelt es sich lediglich um die Neuauflage einer bekannten Story? Das klären wir nicht nur mit einem Praxistest, sondern mit Prüfständen und einer ausgedehnten Kinematikanalyse.

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Orbea Oiz Test
Leicht, schlank, schnell? Das neue Orbea Oiz kommt wahlweise mit 120 oder 130 mm an der Gabel. Unser 130-mm-Testbike wog 10,4 Kilo!

Das Orbea Oiz kommt standardmäßig mit 120 mm Federweg an Heck und Front. Damit bleibt es das technologische Flaggschiff der spanischen Marke für den Cross-Country-Worldcup. Während diese Mountainbike Kategorien im Vergleich vor wenigen Jahren in der Industrie noch als „Down-Country“ bezeichnet wurde, definiert sie mittlerweile den modernen Standard im XC-Rennsport. Klassische Plattformen mit lediglich 100 mm Federweg wie z.B. das Cervelo ZFS 5 haben weder im Worldcup, noch für normale Biker eine große Bedeutung.

Über den reinen Rennsport-Einsatz hinaus lässt sich das neue Orbea Oiz ab Werk mit einer längeren 130-mm-Federgabel sowie robusterer Bereifung als Trailbike konfigurieren. Die Spanier unterstreichen damit die Vielseitigkeit, die schon den Vorgänger von seinen Konkurrenten abgehoben hat, auch bei der Neuauflage des Oiz. Bemerkenswert ist, dass das Orbea Oiz auch in der Trail-Version verdammt leicht bleibt. Unser Testbike wiegt rund 10,4 Kilo. Damit ist es deutlich leichter als z.B. das Santa Cruz Tallboy, das wir zuletzt getestet haben. Bringt dieses Bike die guten alten Zeiten zurück?

Orbea Oiz Erfahrung
Das neue Oiz will mehr sein als ein reines Racebike für den Worldcup. Orbea liefert es deshalb ab Werk wahlweise mit 130 mm Gabel aus. Wir haben es in beiden Versionen getestet.
Orbea Oiz Dauertest
Schon der Vorgänger des neuen Oiz hat in unserem Dauertest einen sehr breiten Einsatzbereich und seine Zuverlässigkeit bewiesen. Kann das neue Oiz an die Messlatte ran?

Das Orbea Oiz setzt ein Statement: Funktion statt Effekthascherei

Der aktuelle Mountainbike-Markt war zuletzt stark von Trends wie tiefgreifender Rahmenintegration, Verstellmechanismen für Geometrie und Kinematik und einer flächendeckenden Elektrifizierung von Anbauteilen geprägt. Die Fachpresse hat das gefeiert. Kritische Stimmen bewerten diese Entwicklungen aber zunehmend als technologische Effekthascherei, die den eigentlichen Kern des Sports aus den Augen verliert. Eine unsichtbare Dämpferplatzierung oder eine kabellose Sattelstütze sind schick, optimieren das Fahrerlebnis in der Praxis aber nicht oder nur marginal.

Racebike Test
Mountainbikes werden oft nur anhand ihrer Fahreigenschaften bergab bewertet. Das ist unserer Meinung nach falsch. Dass Oiz weiß mit niedrigem Gewicht auch bergauf zu begeistern.

Auf dem Singletrail sind es primär die messbare Gewichtsersparnis, eine präzise Lenkperformance sowie eine tadellos funktionierende Hinterbau-Kinematik, die über Fahrspaß und Effizienz entscheiden. Man kann fast den Eindruck gewinnen, dass der Fokus vieler Entwickler auf optische Eigenschaften diese physikalischen Kerneigenschaften in den letzten Jahren oft in den Hintergrund gedrängt hat.

Trailbike Test
Das Gefühl von Leichtigkeit hat Suchtpotenzial. Und dieses Gefühl wird durch ein geringes Gewicht und effizienten Vortrieb befeuert.

Als spürbare Konsequenz dieser Entwicklung stieg das Durchschnittsgewicht moderner Mountainbikes kontinuierlich an. Wir haben dazu einen extra Artikel, der die Gewichtsentwicklung von CC Bikes ganz klar dokumentiert. Führt man sich diese Entwicklung vor Augen, ist ein Gewicht von 10,4 Kilo für ein Trailbike umso erstaunlicher.

Zeitgleich wuchs der Wartungsaufwand für moderne Bikes. Testberichte mit Bikes, die bis zu sieben separate Batterien erfordern und deren Setup zwingend an eine Smartphone-App gekoppelt ist, verdeutlichen eine zunehmende Technisierung. Viele Biker feiern das, aber genauso viele stehen diesem Trend auch kritisch gegenüber.

Orbea schafft es mit seinem MYO-Konfigurator und zahlreichen Ausstattungsoptionen, den Kunden hier die volle Wahlmöglichkeit über die Spezifikation zu geben. Hier gibt es keine Bevormundung bei der Wahl der Komponenten. Egal ob das Fahrwerk mit mechanischen Lockout oder exklusive Teile wie eine Trickstuff Piccola Bremse oder eben die Option auf mehr Federweg. Wer es gern mechanisch hat, bekommt das bei Orbea nach wie vor.

Trickstuff Piccola
Selten aber geil: Über den MYO-Konfigurator kann man nicht nur die Farbe des Rahmens, sondern auch exklusive Teile wie eine Trickstuff Piccola an seinem Rad spezifizieren. Trotz kleinem Baumaß ist die Piccola immer noch ein Anker!
Fox 34 SL
Wahlmöglichkeit: Das neue Oiz gibt es mit 120er und 130er Gabel. Außerdem kann man sich zwischen elektronischem Fahrwerk (Flight Attendant) und klassischem Lockout entscheiden.

Labor-Check: Rekordwerte auf der Waage und dem Prüfstand

Mit einem nachgewogenen Rahmengewicht von unter 1.500 Gramm inklusive der Bremsaufnahme für das Hinterrad setzt Orbea ein deutliches Ausrufezeichen im Segment der High-End-Fully-Rahmen. Einen so leichten Fully-Rahmen haben wir noch nie gewogen. Das zeigt die Tabelle ganz deutlich.

BIKE FEDERWEG GEWICHT RAHMENGEWICHT PREIS
ARC8 Evolve FS 120 / 110 mm 10,0 Kilo 1580 Gramm 8.999 €
Cannondale Scalpel 1 Lefty 120 / 120 mm 11,4 kg 1960 Gramm 9.499 €
Canyon Lux Worldcup 120 / 115 mm 10,38 kg 1485 g 7.999 €
Cervélo ZFS 5 100 / 100 mm 10,0 kg 1705 Gramm 11.299 €
Mondraker F-Podium 120 / 110 mm 11,55 kg 2133 Gramm 7.999 €
Orbea Oiz (VORGÄNGER) 120 / 120 mm 11,5 kg 1740 Gramm 6.000 €
Orbea Oiz (AKTUELL) 130/120 10,38 kg 1474 g 12.000 €
Rose PDQ (Hardtail) 120 / - mm (Hardtail) 9,7 Kilo 1048 Gramm 4.999 €
Scott Spark RC 120 / 120 mm 10,3 kg 1870 Gramm 13.999 €
Specialized Epic S-Works 120 / 120 mm 10,46 kg 1683 Gramm 14.500 €
Orbea Oiz Gewicht
Wir hatten das Orbea Oiz in der Top-Version mit 130 mm Gabel und gut profilierten Trail-Reifen (Schwalbe Wicked Will) an der Waage.
Orbea Oiz Gewicht
10,38 Kilo. Eine Ansage!

Das Specialized Epic 8 (über 1.680 Gramm) wird gewichtstechnisch sichtlich distanziert. Selbst unter Berücksichtigung der Herstellerangaben zum neuen Epic 9 bleibt das Oiz an der Spitze, während das aktuelle Canyon Lux Worldcup trotz exzellentem Gewicht um hauchdünne 10 Gramm geschlagen geben muss.

Specialized Epic 8 Gewicht
Specializeds Epic 8 Rahmen war mit über 1600 Gramm deutlich schwerer auf unserer Waage.
Canyon Lux XC Gewicht
Das Canyon Lux World Cup brachte mit 120 mm Gabel und glatzartigen Reifen ebenfalls 10,38 Kilo auf unsere Waage.

Dieses Rekordgewicht ebnet den Weg in die rennrelevante Sub-10-Kilo-Liga. Das Topmodell in der Cross-Country-Spezifikation bringt lediglich 9,6 Kilogramm auf die Waage und unterbietet die vergleichbaren Top-Modelle von Canyon und Scott teils drastisch um mindestens ein halbes Kilo.

Racebike Gewicht
Die volle XC-Ausbaustufe des Orbea Oiz knackt die 10-Kilo-Marke mühelos.
Specialized Epic 8 Gewicht
Das Specialized Epic 8 ist daran gescheitert. Mit der Epic 9 Version soll es Specialized aber gelungen sein.
Santa Cruz tallboy Trailbike
Das Santa Cruz Tallboy hat hinten wie vorne 10 mm mehr Federweg und wiegt mit vergleichbaren Reifen und Preisen über 2 Kilo mehr.

In Rennsituationen, in denen Athleten am absoluten Leistungslimit agieren, mutiert jedes Gramm Zusatzgewicht zu einer messbaren Belastung. Die physikalische Realität lässt sich beim harten Antritt nicht überlisten: Ein leichteres Gesamtgewicht reduziert den Kraftaufwand und sorgt für ein spürbar intuitiveres Handling auf technischen Singletrails. Das Oiz vermittelt ein Gefühl der Agilität, das jede Lenkbewegung unmittelbar umsetzt.

Orbea Oiz Test
Der Antritt des Orbea Oiz kann süchtig machen.

Durch diese hohe Effizienz im Antritt entfaltet das Bike seinen Reiz keineswegs nur auf extremen Downhill-Strecken. Das charakteristische Flow-Gefühl lässt sich bereits auf flachen Waldwegen erfahren, wo jeder Pedalumdrehung ein direkter Vorwärtsdrang folgt. Auf ausgedehnten Tagestouren mit über 1.500 Höhenmetern schont diese Leichtfüßigkeit die konditionellen Reserven des Fahrers nachhaltig.

Orbea Oiz Antritt
Leichte Laufräder und ein steifer Rahmen sparen Körner beim Beschleunigen aus der Kurve heraus.

Fahrverhalten und die Physik der Steifigkeit

Im Fokus des Praxistests stand vor allem die Frage, wie sich das kompromisslose Leichtbaukonzept bei hoher Geschwindigkeit auf rauen Trails verhält. Abseits von Marketing-Superlativen zeigt sich eine beeindruckende Souveränität: Sowohl in der 120-mm- als auch in der 130-mm-Variante leistet sich das Fahrwerk im anspruchsvollen Gelände keinerlei strukturelle Schwächen.

Orbea Oiz Steifigkeit
Wir ermitteln die zentrale Rahmensteifigkeit von allen Bikes immer einheitlich auf unserem eigenen Prüfstand. Dabei wird der Steuerkopf fixiert und bei einer frei beweglichen Hinterradachse eine Kraft über das Tretlager eingeleitet.

Ein wesentlicher Grund für diese Performance liegt in der enormen Rahmensteifigkeit. Die Messung auf dem hauseigenen Prüfstand der Redaktion untermauert die Konstruktionsleistung: Mit einem Wert von 61 N/mm markiert das neue Oiz eine neue Benchmark im Segment und übertrifft selbst schwerere Trailbikes wie das Santa Cruz Tallboy.

Zentrale Rahmensteifigkeit Racebikes
Orbea verbessert die Rahmensteifigkeit im Vergleich zum Vorgänger um über 35 %. Auch im Vergleich zur direkten Konkurrenz setzen die Spanier hier eine Benchmark.
Canyon Lux World Cup Steifigkeit
Das Canyon Lux Worldcup ist bei vergleichbarem Rahmengewicht deutlich weniger steif als das neue Orbea Oiz.
Scott Spark Steifigkeit
Das Scott Spark ist mittlerweile etwas in die Jahre gekommen, war mit seinem bauchigen Rahmen aber immer die Benchmark in der Steifigkeit. Nun ist dieser Titel passé.

Die hohe Steifigkeit generiert ein extrem präzises Lenkverhalten und vermittelt dem Fahrer im High-Speed-Bereich ein hohes Maß an Sicherheit. Wo weichere Rahmen unter hoher Last verwinden und an Wurzelpassagen unpräzise abrutschen, hält das Oiz exakt die anvisierte Linie. Der Rahmen verarbeitet die Hebelkräfte einer längeren 130-mm-Gabel problemlos, was ein klares Unterscheidungsmerkmal zu klassischen, fragilen Race-Feilen darstellt.

Rahmensteifigkeit Praxistest
Die Rahmensteifigkeit schafft vor allem im gröberen Gelände Vertrauen ins Bike, weil es sich extrem präzise lenken lässt.

Konstruktiv erreicht Orbea diese Steifigkeitswerte durch eine ausgeklügelte Brücke, die den Umlenkhebel (Rocker) großflächig mit den Druckstreben des Hinterbaus verbindet. Dieses Prinzip, das in ähnlicher Form auch beim Specialized Epic World Cup zum Einsatz kommt, gilt im modernen Rahmenbau als Goldstandard für ein optimales Verhältnis aus minimalem Gewicht und maximaler Steifigkeit.

Rocker-Brücke
Eine flächig verschraubte Brücke zwischen Rocker und Druckstreben ist der Schlüssel für die hohe Steifigkeit des neuen Oiz.

Kinematik-Analyse: Degressive Kurve mit progressiver Realität

Neben der Steifigkeit zeichnet die eigenständige Hinterbau-Kinematik für das Fahrverhalten verantwortlich. Orbea setzt bei der isolierten Betrachtung des Hebelverhältnisses auf eine degressive Kennlinie, bei der das System gegen Ende des Federwegs theoretisch softer arbeitet. In Kombination mit den integrierten Flex-Pivot-Sitzstreben und dem konstruktionsbedingt kleinen Luftvolumen moderner Cross-Country-Dämpfer ergibt sich in der Praxis jedoch eine harmonische, perfekt kontrollierbare Gesamtprogression.

Flex Pivot Hinterbau
Orbea arbeitet mit einem Flex Pivot-Hinterbau, was in der Federwegklasse von 120 mm absolut üblich ist.
Natürlich haben wir auch beim neuen Oiz unsere Kinematikanalyse für einheitliche und hochwertige Testaussagen anliegen lassen. Die flexenden Sitzstreben werden dabei mit einem imaginären Gelenk simuliert.

Im direkten Vergleich zum progressiven Canyon Lux Worldcup, welches den Federweg im finalen Bereich nur sehr widerwillig freigibt, generiert das Orbea Oiz ein spürbar satteres Fahrgefühl. Im zentralen Arbeitsbereich nimmt das Fahrwerk extrem viel Energie auf und schützt den Fahrer effektiv vor Ermüdung durch permanente Vibrationen, wenngleich es bei extrem harter Gangart im Grenzbereich etwas früher zu Durchschlägen neigt.

Orbea Oiz Hebelverhältnis
Das Orbea hat, wenn man nur auf die Kinematik blickt, eine degressive Kennlinie.

Die bewährte Geometrie bleibt weitgehend unangetastet und vertraut weiterhin auf moderne 29-Zoll-Laufräder. Obwohl die Branche hinter den Kulissen intensiv an zukünftigen <strong>32-Zoll-Systemen</strong> forscht, ist mit einer Marktreife aufgrund ausstehender Komponenten- und Nabenstandards frühestens ab dem Jahr 2027 zu rechnen. Das aktuelle Oiz demonstriert eindrucksvoll, dass erstklassig konstruierte 29er auf absehbare Zeit die unangefochtene Referenz im Mountainbike-Bereich bleiben.

Fox Float SL Dämpfer
Durch das kleine Luftvolumen des Dämpfers und den flexenden Kettenstreben arbeitet der Hinterbau trotz degressiver Kennline hinten raus progressiv.

Ein technisches Highlight für Modelle mit mechanischem Fahrwerk stellt der hauseigene Squidlock-Hebel dar. Diese clevere Eigenentwicklung steuert Gabel und Dämpfer simultan über einen präzisen dreistufigen Mechanismus an und übertrifft die originalen Fox-Hebel in Ergonomie und Bedienkraft deutlich. Dank hoher Anti-Squat-Werte von über 100 Prozent im vordefinierten Negativfederweg (Sag) bleibt der Hinterbau jedoch auch im vollkommen offenen Zustand bemerkenswert antriebsneutral.

Orbea Oiz Kräfte am Hinterbau
Dass der Hinterbau gegen Ende nicht durchrauscht, wird ersichtlich, wenn man die realen Kräfte betrachtet, die am Hinterrad nötig sind, um diesen zu komprimieren. Gegen Ende des Federwegs steigen diese Kräfte deutlich an.
Orbea Squid Lock Hebel
Mit dem Squid Lock Hebel (einer Eigenentwicklung von Orbea) kann man das komplette Fahrwerk mit nur einem Knopfdruck blockieren. Der zweite Hebel steuert die Sattelstütze an.
Racebike Test Uphill
Der Kopf fährt mit. Racer blockieren ihr Fahrwerk lieber, auch wenn es oftmals mehr Sinn machen würde, es offen zu lassen.
Orbea Oiz Anti-Squat Kurve
Im Bereich des Sags (30 mm) hat das Fahrwerk in jedem Gang einen Anti-Squat-Wert über 100 %. Damit arbeitet es antriebsneutral.

Marktplatz, Preise und genossenschaftliche Flexibilität

Exklusiver Leichtbau bewegt sich naturgemäß in einem gehobenen Preissegment, wenngleich Orbea mit einigen Modellen eine aggressive Preispolitik verfolgt. Der Einstieg gelingt ab 3.799 Euro mit dem M30 Modell sogar günstiger als bei Canyon. Während die technologisch spannendste Variante rund um das Modell Oiz M10 AXS inklusive Flight Attendant Fahrwerk mit 7.000 Euro zu Buche schlägt. Angesichts eines Gewichts von lediglich 10,8 Kilogramm bietet Orbea hier ein im Marktvergleich zu Canyon, Cube oder Scott konkurrenzloses Preis-Leistungs-Verhältnis. Das getestete Topmodell markiert mit 12.000 Euro das obere Ende des Portfolios.

Orbea Oiz M10 AXS Gewicht
Der wohl beste Kompromiss aus Preis und Leistung: Das Orbea Oiz M10 AXS wiegt 10,8 Kilo, kostet 6999 € und hat ein Flight Attendant Fahrwerk für Racer.

Als absoluter Joker erweist sich das kostenfreie MyO-Customizing-Programm. High-End-Modelle können ohne Aufpreis mit einer individuellen Wunschlackierung versehen werden, die direkt am spanischen Firmensitz realisiert wird. Diese organisatorische Flexibilität beruht nicht zuletzt auf der besonderen Struktur des Herstellers: Orbea ist als Mitarbeiter-Genossenschaft organisiert, was die strategische Ausrichtung traditionell eher auf langfristige Substanz und Kundennähe statt auf kurzfristige Gewinnmaximierung lenkt.

Orbea MYO Custom-Lackierung
Orbea lackiert seine Rahmen am Firmensitz in Spanien selbst und kann deshalb Custom Lackierungen ohne Aufpreis anbieten.

Details am Orbea Oiz

Zugführung
Alle Leitungen verlaufen durch den Steuersatz.
Lenker-Vorbau-Kombination
Eine Lenker-Vorbau-Kombination gehört heutzutage zum guten Ton.
BSA Tretlager
Das Oiz kommt ab Werk mit einer Rahmenschutzfolie und hat ein BSA-Tretlager.
Kettenführung
Die Kettenführung ist minimalistisch, macht aber ihren Job.
Oquo Laufräder
Die Laufräder kommen von Orbeas Laufradbauer Oquo.
Trinkflaschen
Im Rahmen ist dank hochliegendem Dämpfer Platz für 2 große Trinkflaschen. Auch ein Minitool kann unter dem Oberrohr verschraubt werden.

Pro

  • Rahmen unter 1.500 g, Topmodell 9,6 kg
  • Rahmensteifigkeit von 61 N/mm für präzises Handling
  • Breiter Einsatzbereich von CC bis Trail (130-mm-Option)
  • Squidlock-Hebel mit exzellenter Ergonomie
  • MyO-Wunschlackierung und freie Komponentenauswahl

Contra

  • Zugverlegung durch den Steuersatz ist etwas wartungsintensiver
  • teure Top-Modelle
  • Leichtbaukomponenten erfordern präzise Drehmomente
Orbea Oiz Fazit
Das Orbea Oiz ist die neu Stilikone unter den Mountainbikes.

Das Orbea Oiz beweist eindrucksvoll, dass die klassischen Tugenden des Rahmenbaus – kompromissloser Leichtbau und hohe Steifigkeit – modernsten Integrations-Gadgets auf dem Trail nach wie vor überlegen sind. Durch das schlaue Hinterbau-Konzept und die Option auf 130 mm Federweg mutiert die Worldcup-Rennmaschine zu einem der vielseitigsten Trail-Allrounder der Gegenwart. Orbea verzichtet auf pseudo-innovative Trends und liefert genau das, was ambitionierte Biker suchen: ein schnelles, leichtes und unkompliziertes Sportgerät mit maximalem Individualisierungsfaktor. In der Flut der High-End-Bikes sticht das Orbea Oiz deutlich hervor und sollte 2026 in jeder Kaufentscheidung im Breiche Race oder Toruenfully mitspielen.

Über den Autor

Ludwig Döhl

... hat mehr als 100.000 Kilometer im Sattel von über 1000 unterschiedlichen Mountainbikes verbracht. Die Quintessenz aus vielen Stunden auf dem Trail: Mountainbikes sind geil, wenn sie zu den persönlichen Vorlieben passen! Mit dieser Erkenntnis hat er bike-test.com gegründet, um Bikern zu helfen, ein ganz persönliches Traumbike zu finden.

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