Revolution oder Marketing-Hype?

Der Große 32 Zoll MTB Test

Wir haben das fahrfertige 32-Zoll-Hardtail gegen den 29er-Standard antreten lassen – mit Lichtschranken, Wattmessung und Beschleunigungssensoren. Das Ergebnis fiel eindeutig aus und hat uns dennoch überrascht.

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Die Mountainbike-Welt steht vor einer neuen Debatte: Nach dem Siegeszug von 29 Zoll klopft das nächste Maß an die Tür. Während die einen in 32-Zoll-Laufrädern den nächsten logischen Evolutionsschritt sehen, wittern andere reines Marketing. Wir wollten es genau wissen und haben den subjektiven Eindruck durch harte Messdaten ersetzt. In einem aufwendigen Back-to-Back-Test haben wir die physikalischen Grenzen ausgelotet.

Für diesen Test haben wir wechselnd absolut baugleiche Laufräder mit verschiedenen Laufradgrößen von Bike Ahead Composites in ein 32 Zoll The Frame Hardtail eingebaut und verschiedene standardisierte Tests durchgeführt. Wir haben uns dazu entschlossen, nur die Laufräder zu wechseln, um alle anderen Faktoren wie Sitzposition, Gabelsetup oder Geometrie so vergleichbar wie möglich zu halten. Das stellt den Unterschied der Laufräder in den Vordergrund.

Auf den Laufrädern waren jeweils Maxxis Aspen Reifen 2,4 Zoll montiert. Als Seitenblick lief ein aktuelles Orbea Oiz Racefully bei allen Tests mit, um die Ergebnisse besser einordnen zu können.

32 Zoll Laufradgröße-Test
Für die Vergleichbarkeit haben wir die 32 Zoll und die 29 Zoll Laufräder in ein und demselben Rahmen eingebaut. So können wir die Laufradgröße weitestgehend isoliert betrachten. Der Hersteller Bike Ahead Composites hat sein OK dafür gegeben.
32 Zoll MTB Hardtail
Alt eingesessene müssen sich an die Optik der großen 32-Zöller noch gewöhnen. Der Rahmen unseres Testbikes hat noch Prototypenstatus. Der Freigang am Hinterbau wird in Serie noch weiter.
29 Zoll MTB Hardtail
Business as Usual. 29er-Laufräder haben vor 10 Jahren für Aufsehen gesorgt. Mittlerweile repräsentieren sie den Status quo in der MTB Szene. Gehören sie bald schon zum alten Eisen?

So viel Mehrgewicht bringt 32 Zoll

Wir haben unsere Testbikes nicht nur komplett, sondern auch die relevanten Einzelteile gewogen. Bei den ermittelten Werten muss klar sein, dass es sich hier um den absoluten High End Cross Country Bereich handelt. Selbst im 32 Zoll Setup bleibt das hardtail deshalb mit unter 9,5 Kilo super leicht. Zum Vergleich: Das Orbea Oiz, das als Seitblick mitläuft, wiegt trotz sehr wertiger Ausstattung 2 Kilo mehr.

Erstaunt hat uns, dass der Reifen in 32 Zoll nur 30 Gramm mehr wog als das 29 Zoll Pendant mit gleicher Breite, gleicher Karkasse und gleichem Profil. Rechnerisch müsste das Mehrgewicht größer ausfallen. Ob es sich bei dem niedrigen Gewicht um Serienstreuung oder um eine bewusste Konstruktion von maxxis handelt, können wir nicht sagen. Wir haben nur ein Reifenpaar exemplarisch gewogen.

Gewicht 32-Zoll MTB
Absolut High End. 9,5 Kilo ohne Pedale brachte das 32 Zoll Hardtail auf unsere Waage. Ein identisch aufgebautes 29er ist ca. 700 Gramm leichter. In günstigeren Preisbereichen dürfte die Gewichtslücke zwischen den Laufradgrößen etwas mehr aufklaffen.
29 Zoll (Bike Ahead) 32 Zoll (Bike Ahead) Differenz
Gewicht Laufradsatz (fahrfertig) 3,58 kg 4,02 kg + 440 g
Reifengewicht (Maxxis Aspen) 800 g 830 g + 30 g
Rahmen (Bike Ahead The Frame) 820 g 985 g + 165 g*
Mehrgewicht Gabel 1470 g 1545 g + 75 g*
Gesamtgewicht Bike (Gr. L) ca. 8,8 kg 9,5 kg + 700 g

*In unserem Testaufbau sind Rahmen und Gabelgewicht identisch geblieben, da wir nur die Laufräder getauscht haben, was in der Praxis natürlich nicht passiert, da man sich für ein komplettes Bike entscheidet.

Maxxis Aspen 32x2,4 Zoll Gewicht
Der 32 Zoll Reifen war nur etwas mehr als 30 Gramm schwerer als der identische Reifen im 29 Zoll Format. Rein rechnerisch müsste der Gewichtsunterschied aufgrund des Größenzuwachses im Bereich von 80 Gramm liegen. Ob es sich bei unserem Testreifen um Serienstreuung handelt oder ob Maxxis für die 32 Zoll Reifen in die Trickkiste gegriffen hat, können wir nicht sagen.

Trägheit: Der Mythos der schweren Beschleunigung

Das Hauptargument gegen größere Laufräder ist stets die rotierende Masse. Höhere Trägheit gleich schlechterer Antritt – so die gängige Theorie. Wir haben dies auf einem eigenen Rotations-Prüfstand validiert. Ein Gewicht an einem Faden setzt dabei eine Welle in Bewegung, an der wiederum das zu messende Laufrad hängt.

Über die Zeit, welche das Gewicht zum Abrollen braucht, lässt sich mit einer physikalischen Formel die Trägheit ermitteln. Der Versuchsaufbau ist auch unter diesem Link nochmals im Abschnitt 2.2 beschrieben. Die Zeitmessungen wurden mit einer Lichtschranke zu 100 % vergleichbar durchgeführt.

Laufradträgheit 32 Zoll
Wissen ist besser als Rechnen. Deshalb haben wir uns einen Prüfstand gebaut, um die reale Trägheit der Laufräder zu ermitteln.
Laufradträgheit 32 Zoll
Dabei versetzt ein an einem Faden befestigtes Gewicht mit seiner Schwerkraft die Welle in Bewegung, an der auch das zu messende Laufrad befestigt ist.
Lichtschranke
Die Zeit, die das Gewicht am Faden braucht, um von ganz oben nach ganz unten zu kommen, haben wir mit einer Lichtschranke gemessen.

Messwerte vs. gefühlte Realität

Die nackten Zahlen bestätigen zunächst die Skeptiker: Ein 32-Zoll-Laufrad weist ein um 33 % höheres Trägheitsmoment auf (0,16 vs. 0,12 kgm²). Um ein 29-Zoll-Rad auf die gleiche Trägheit wie das 32-Zoll-Laufrad zu bringen, mussten wir zur Veranschaulichung 355 Gramm Zusatzgewicht am Felgenring anbringen. Doch die reine Trägheit ist nur die halbe Wahrheit.

29 Zoll (Bike Ahead) 32 Zoll (Bike Ahead) Differenz
Trägheitsmoment 0,12 kgm² 0,16 kg·m² + 33 %
Ausgleichsgewichte Trägheit
Zur Veranschaulichung haben wir das 29 Zoll Laufrad so lange am Felgenring mit Gewichten bestückt, bis es dieselbe Trägheit hatte wie das identische 32 Zoll-Laufrad.
Ausgleichsgewichte Trägheit
Über 330 Gramm müssen wir auf die Felge aufkleben, um dieselbe Trägheit wie bei den 32 Zoll Bikes zu erreichen. Doch dieser Versuch ist ein Stück weit auch eine Milchmädchenrechnung, denn man ignoriert dabei, dass sich 32 Zoll Laufräder aufgrund ihres größeren Umfangs bei demselben Tempo auch weniger schnell rotieren müssen.

Die Physik der Winkelgeschwindigkeit

Der entscheidende Denkfehler vieler Betrachtungen liegt im Ignorieren der Abrollstrecke. Ein 32er-Rad dreht sich bei gleicher Fahrgeschwindigkeit langsamer als ein 29er. Betrachtet man die physikalische Formel für die Beschleunigung eines Laufrads in Vorwärtsbewegung, kürzt sich der Radius sogar aus dieser Formel heraus. Berücksichtigt man diesen Umstand in der Energiebilanz, schrumpft der rechnerische Nachteil beim Beschleunigen deutlich:

  • Der reale Mehrbedarf an Rotationsenergie liegt in unserem Beispiel bei lediglich ca. 10 % und ist nur auf das Mehrgewicht der größeren Laufräder zurückzuführen, nicht auf deren größeren Umfang.
  • In einem Sprint von 0 auf 30 km/h bedeutet das einen Leistungsmehrbedarf von gerade einmal 0,6 Watt für die Rotation.
  • Inklusive des Systemmehrgewichts (+700 g) landen wir bei ca. 3 Watt Mehrbedarf bei einem 400-Watt-Antritt.
MTB Antritt
Vor allem CC Bikes leben von ihrem leichtfüßigen Antritt. Dass 32 Zoll Laufräder träger sind, ist ein Fakt. Allerdings ist diese Trägheit nur auf ihr Mehrgewicht und nicht auf ihren Umfang zurückzuführen. Denn bei gleichem Tempo haben die größeren Laufräder auch eine geringere Winkelgeschwindigkeit.

Zwischenfazit zur Trägheit:

Die größeren Laufräder sind träger, das bestreitet niemand. Aber weil sie sich aufgrund ihres größeren Umfangs auch weniger schnell drehen müssen, bei gleicher Fahrgeschwindigkeit also eine deutlich geringere Winkelgeschwindigkeit haben, hebt sich der Effekt weitestgehend auf. Was den Antritt dann noch träger macht, ist lediglich das Mehrgewicht, das man mit dem größeren Laufrad mit sich bringt. Der Effekt ist aber weit weniger groß, als man das erwarten würde. Zumindest im Highend-Bereich.

Datenauswertung 32-Zoll-Test
Wir haben alle Messreihen immer 10-mal durchgeführt und daraus den Mittelwert genommen. Über eine physikalische Formel, welche die Zeit und die Strecke, welche das Gewicht zurücklegt, berücksichtigt, haben wir nach dem Versuch die Trägheit ausgerechnet.

Komfort & Erschütterung & Speed: Das Überrollverhalten

Größere Räder haben einen flacheren Überrollwinkel bei Hindernissen. Daraus resultieren theoretisch geringere Kräfte bzw. Belastungen für den Fahrer, wenn man z.B. über Wurzeln fährt. Um zu messen, wie groß dieser Effekt wirklich ausfällt, haben wir eine normierte Wurzelpassage mit Beschleunigungssensoren (Phyphox-Messung am Oberrohr) analysiert.

Wir sind mit jedem bike 10-mal über die Testsektion gefahren und haben für unsere Aussagen immer die Mittelwerte unserer Testreihen ermittelt.

Erschütterungstest
Für die Vergleichbarkeit sind wir über die Hindernisse immer in der Grundposition, also im Stehen mit leicht angewinkelten Armen und Beinen, gerollt.
32 Zoll Erschütterungstest
Natü
Luftdruck
Natürlich haben wir bei allen Testbikes (bzw. Laufrädern) denselben Luftdruck anliegen lassen.
Luftdruck
Wir sind bei allen Tests sowohl hinten als auch vorne mit 1,3 Bar im Reifen unterwegs gewesen.
Phyphox App
Die Erschütterungen haben wir mit der Phyphox App, die den Beschleunigungssensor des Handys nutzt, aufgezeichnet.

Reduktion der Belastungsspitzen

Die Auswertung der Testreihen mit den Hardtails zeigt, dass das 32-Zoll-Rad Erschütterungen besser filtert. Der theoretische Effekt ist in der Praxis messbar. Für eine solide Auswertung der Daten haben wir uns nicht nur die absolute Schlaghärte, sondern auch die Summe der Gesamtschläge über den Testzeitraum und die Varianz der Schläge angeschaut.

Während die maximalen Schlag-Peaks mit dem 32 Zoll Bike nur um 2 % gegenüber dem 29er Hardtail sanken, reduzierte sich die Gesamtsumme der Erschütterungen um 5 % deutlicher. Über die Dauer einer kompletten Ausfahrt dürfte der Oberkörper weniger ermüden. Auch die Varianz der Messwerte sinkt um 2% mit den größeren Laufrädern.

Dieser Wert gibt an, wie sehr die Messwerte von einem ins andere Extrem schwanken. Ein höherer Varianz-Wert bedeutet automatisch viel Unruhe im Fahrwerk und damit eine etwas unkontrollierte Fahrt. Das 32 Zoll Bike liegt also ruhiger, was daran liegt, dass es weniger tief in Löcher zwischen den Wurzeln „fällt“ und einen geringeren Überrollwinkel als ein 29er hat.

Erschütterungstest
Unsere Teststrecke bestand aus Kanthölzern unterschiedlicher Höhe, die in unregelmäßigen Abständen auf Trägerplatten montiert waren.

32" Hardtail vs. 29" Race-Fully

Die Werte der beiden Hardtail im Vergleich fallen eindeutig aus. Das 32 Zoll Hardtail ist komfortabler und kontrollierter. Die Folgefrage drängt sich da förmlich auch: Kann das große Laufrad ein Fully-Fahrwerk ersetzen? Wir haben deshalb den selben Testaufbau auch mit dem Orbea Oiz durchgezogen und die Daten sagen ganz klar: Nein.

Ein modernes 120-mm-Fully (Orbea Oiz) spielt in einer anderen Liga:

  • Maximale Schläge: 11 % geringer als beim 32" Hardtail.
  • Gesamtbelastung: 14 % niedriger als beim 32"-Hardtail.
  • Varianz (Laufruhe): 25 % niedriger als beim 32"-Hardtail. Das Fully ist spürbar kontrollierter.
Erschütterungsmessung
Die grafische Auswertung einer exemplarischen Testreihe macht deutlich: Das 29er Hardtail (orange) hat den höchsten Peak und liegt 47 von 52 Peaks (insgesamt) über dem 32 Zoll Hardtail (lila). Nur 4 Mal hat das 32 Zoll Hardtail den höchsten Wert. Das 29er Fully (grün) spielt in einer völlig anderen Liga bei den Erschütterungen.

Überraschung bei der Zeitmessung

Obwohl ein 32-Zoll-Hardtail beim Komfort nicht mit der Kinematik eines Fullys mithalten kann, lieferte die Lichtschranke im selben Versuchsaufbau ein unerwartetes Ergebnis: Über 30 Messreihen hinweg war das 32er-Hardtail das schnellste Bike im Test – es schlug das 29er-Fully um 3 % und das klassische 29er-Hardtail sogar um 4 %. Das beweist, dass Komfort und Geschwindigkeit auf ruppigem Untergrund nicht zwangsläufig dasselbe sind.

Dieser Sieg bedeutet jedoch keinen generellen Hardtail-Vorteil, sondern ist primär auf das überlegene Überrollverhalten der riesigen Laufräder zurückzuführen. Da das 32-Zoll-Rad Hindernisse in einem flacheren Winkel trifft und weniger tief in Lücken einsinkt, behält es seinen Schwung besser bei. Während beim Fully die Federung arbeitet, nutzt das 32er schlicht seine größeren Laufräder, um den Speed auf dieser spezifischen Passage effizienter zu konservieren.

Lichtschranke
Auch beim Überrollen der Erschütterungssektion haben wir die Zeit bei jedem Durchlauf mit einer Lichtschranke standardisiert eingefangen. Das Ergebnis war überraschend. Beim Speed sticht die Laufradgröße das Fahrwerk eines Fullys aus.

Praxistest: Zeitmessung auf dem Trail-Rundkurs

Grau ist alle Theorie – entscheidend ist die Praxis auf dem Trail. Auf einem 1,5 km langen Rundkurs mit fünf Sektoren (Uphill, Flow-Downhill, Schotter, Wurzeln, Tech-Singletrail) traten die beiden Laufradkonzepte gegeneinander an.

Um beim Praxistest keine Äpfel mit Birnen zu vergleichen, haben wir im Uphill und auf Flachpassagen über Wattmesspedale kontrolliert, dass der Input konstant bleibt. In der Abfahrt gab es im Gegenzug für die Testfahrer eine Regel: Nur rollen, nicht treten. So wird der Unterschied zwischen den Laufrädern vergleichbar und nicht der Unterschied in der Inputleistung der Testfahrer.

Freelap System
Die einzelnen Sektoren in unserem Praxistest haben wir mit einer Zeitmessung von Freelap getimet.
SRM Wattmesspedale MTB
Wie auch bei unserem Motorentest für emtb-test.com kamen auch für diesen Vergleichstest Wattmesspedale von SRM zum Einsatz. So können wir den Input von Fahrerseite genau dosieren und im Nachgang kontrollieren.
Quirin Bach
Mountainbiken ist ein komplexer Sport. Man kann die Realität nicht zu 100 % auf Prüfständen und in einzeltets abbilden. Deshalb waren wir, sozusagen zum Finale, mit unseren Testbikes auf einem realen Rundkurs im Wald unterwegs.
Testfahrer Quirin Bach
Qurin Bach fährt in der U19-Bundesliga in den Top 10 und hat sein Scott Spark Wettkampfgerät für diesen Test gegen unsere Versuchs-Hardtails getauscht.

Überraschung am Berg

Trotz des Mehrgewichts von 440 Gramm an den Laufrädern konnten wir im Anstieg keinen Zeitnachteil für 32 Zoll messen. Die Wattwerte und Zeiten waren bei zwei Testfahrern in 6 Runden identisch zum 29er-Setup. Offenbar kompensieren die bessere Traktion und das ruhigere Überrollen auf Waldboden die höhere Masse. Das Fully war mit über 2 Kilo mehr in diesem Testabschnitt mit 65 Höhenmetern messbar langsamer.

Ähnlich fällt das Ergebnis im flowigen Downhill ohne Wurzeln und auf Schotter aus. Die Tendenz hängt in diesen Abschnitten nur so minimal in Richtung 32 Zoll, dass man hier nicht von einer klaren Sache sprechen könnte. Anders sieht die Sache aus, sobald Wurzeln ins Spiel kommen.

MTB Trail Uphill
65 Höhenmeter galt es auf dem Rundkurs zu bewältigen. Die Überraschung: Es war kein Unterschied zwischen den 32 Zoll Laufrädern und den 29 Zoll Laufrädern im Uphill messbar.

Performance in technischen Sektionen

In wurzeligen und technischen Sektoren spielte das 32-Zoll-Bike seine Stärken voll aus, was sich auch in der Zeitmessung ganz klar widerspiegelt.

  • Wurzelteppich: Reproduzierbarer Zeitvorteil von ca. 3 % (1 Sekunde auf 30 Sekunden Sektionszeit).
  • Technischer Singletrail: Das 32er war hier 2 bis 3 Sekunden schneller als das identische 29er Hardtail.
  • Grenzbereich: Das Ausbrechen der Reifen kündigt sich sanfter an, die Kontrolle bei Kompressionen ist spürbar höher (weniger Durchschläge an der Gabel).
MTB Downhill
Sobald der Trail über Wurzeln verläuft, spielt das 32-Zoll-Bike nachweislich seine Stärken aus. Doch die Vorteile sind nicht brachial. Wir sprechen von 2 bis 3 % Zeitersparnis unter identischen Rahmenbedingungen.

In den Abschnitten mit Wurzeln war das 32 Zoll Hardtail nicht ganz, aber fast auf Augenhöhe mit dem Vergleichs-Fully.

Unterm Strich gab es in unserem Praxistest keinen einzigen Sektor, wo das 32 Zoll Bike einen messbaren Nachteil hatte. Aber in den Sektoren, wo Wurzeln im Spiel waren, war ein zeitlicher Vorteil gegenüber den 29 Zoll Bike eindeutig, aber nicht in einer bahnbrechenden Größenordnung.

32 Zoll Praxistest
Der Praxistest liefert eindeutige Ergebnisse: 32 Zoll Laufräder haben in gewissen Sektionen (vor allem wenn Wurzeln ins Spiel kommen) messbare Vorteile. Das 29 Zoll Laufrad war in 2 von 3 Sektionen gleich schnell wie das 32 Zoll Laufrad, aber kein einziges Mal schneller.

Vorteile von 32-Zoll-Laufrädern

  • besseres Überrollverhalten
  • Höhere Effizienz auf unebenem Grund
  • subjektiv sichereres Fahrgefühl

Nachteile von 32 Zoll Laufrädern

  • Systemgewicht (ca. 600–800 g schwerer)
  • höhere Trägheit (physikalisch messbar, aber auf dem Trail kaum spürbar)
  • Herausforderungen bei der Rahmengeometrie für kleine Fahrer
32 Zoll Laufradgröße

Fazit: Für wen lohnt sich der Umstieg?

32 Zoll ist kein Marketing-Gag, sondern bietet reale physikalische Vorteile, die sich vor allem in technischem Gelände in Geschwindigkeit übersetzen lassen. Die Vorteile sind real und messbar, aber nicht brachial. In spezifischen Sektionen sprechen wir von 2-3 % Zeitersparnis. In anderen Sektionen lag es mit dem 29er gleich auf. Für Racer dürfte die Sache damit klar sein. Für Hobbybiker ist der Unterschied womöglich zu gering, um sich deshalb ein neues Bike zu kaufen. Unser Test zeigt auch: Ein Fully lässt sich mit den größeren Laufrädern nicht ersetzen.

Über den Autor

Ludwig Döhl

... hat mehr als 100.000 Kilometer im Sattel von über 1000 unterschiedlichen Mountainbikes verbracht. Die Quintessenz aus vielen Stunden auf dem Trail: Mountainbikes sind geil, wenn sie zu den persönlichen Vorlieben passen! Mit dieser Erkenntnis hat er bike-test.com gegründet, um Bikern zu helfen, ein ganz persönliches Traumbike zu finden.

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