leichter, smarter, schneller

RockShox SID SL im Test

Wer dachte, dass bei der SID SL nicht mehr viel geht, wird 2025 eines Besseren belehrt. RockShox hat an seiner Race-Waffe ordentlich geschraubt – mit neuem Chassis, einer frischen Luftfeder und sogar einem Elektronik-Upgrade für die Tech-Freaks. Wir haben uns das XC-Leichtgewicht mal genauer angeschaut.

RockShox SID SL 2025 Testbericht
Ob die 2025er SID SL die Konkurrenz hinter sich lässt oder nur ein leeres Versprechen ist, haben wir ausführlich getestet.

Das auffälligste Update steckt im Inneren: Die SID SL bekommt ein komplett überarbeitetes Casting mit größerem Buchsenabstand. Das soll nicht nur die Reibung reduzieren, sondern auch das Ansprechverhalten verbessern – was man bei einer XC-Gabel mit 32-mm-Standrohren auch nötig hat.

Denn wir haben in einem separaten Artikel längst ermittelt, dass für die meisten Fahrer die 120-mm-Rock-Shox-SID nicht nur aufgrund ihres Mehr an Federweg besser ist. Vor allem bietet sie für Tourenfahrer oder Racer jenseits der 70-Kilo-Liga mit ihren 35-mm-Standrohren mehr Steifigkeit. Das bedeutet auch ein besseres Ansprechverhalten, vor allem wenn man auf der Bremse steht und sich die Gabel verwindet. Jetzt will auch die SID-SL-Gabel in diesem bislang größten Kritikpunkt endlich nachbessern.

Dazu gibt’s jetzt genug Platz für fette 29×2,4“-Reifen. Nicht schlecht für eine Race-Gabel.

RockShox SID SL Federweg
Die neue SID SL gibt es auch mit 110 mm Federweg.
RockShox SID SL Bremsaufnahme
Durch die Bremsaufnahme ist die minimale Bremsscheibengröße von 160 mm möglich. Für eine 180er-Scheibe braucht man einen Adapter.

DebonAir+ – Was bedeutet das?

Neben dem Casting hat Rock Shox auch an den Innereien (der Luftfeder) gearbeitet. Die neue Luftfeder hört auf den Namen DebonAir+ und wurde von der regulären SID sowie der Pike übernommen. Im Klartext: mehr Feinfühligkeit durch eine größere Luftkammer und besserer Support im mittleren Federwegsbereich – gerade in ruppigen Downhill-Passagen war das während unseres Tests spürbar. Wer früher dachte, XC-Gabeln sind nur steif und hart, wird hier eines Besseren belehrt.

RockShox DebonAir +
Das DebonAir+ System liefert mehr Feinfühligkeit dank größerer Luftkammer.

Leicht wie eh und je: 1.361 Gramm

Trotz Chassis-Update bleibt die SID SL ein Fliegengewicht: Gerade mal 1.361 Gramm bringt die Ultimate-Version mit 110 mm Federweg auf die Waage. Damit bleibt sie die leichteste 110-mm-XC-Gabel auf dem Markt – und spielt weiterhin in der Top-Liga.

Zum Vergleich: Die Rock Shox SID (ohne SL) wiegt mit 120 mm Federweg in der Ultimate-Ausführung 167 Gramm mehr. Die SID Flight Attendant haben wir sogar 250 Gramm gewogen. Fox 32 SC ist mit knapp über 1400 Gramm minimal schwerer. Auch die DT Swiss F232 kommt mit knapp unter 1500 Gramm nicht annähernd an den Wert ran, den Rock Shox mit seiner neuen SID in der Ultimativen Ausbaustufe vorgibt.

RockShox SID Ultimate Gewicht
Die Rock Shox SID ohne den Zusatz SL wiegt 167 Gramm mehr. Dafür bekommt man 120 mm Federweg und 35 mm Standrohre.
RockShox SID Flight Attendant Gewicht
Die Flight Attendant Version mit 120 mm Federweg (ohne Modellzusatz SL) wiegt bereits 250 Gramm mehr.
RockShox SID SL Gewicht
Natürlich haben wir auch den Vorgänger der neuesten SID SL gewogen. Mit 1.349 Gramm war schon die "alte" SID SL verdammt leicht.
RockShox SID SL 2025 Gewicht
Die 12 Gramm mehr im Vergleich zum Vorgänger der 2025er SID SL sind geschenkt. Das Gewicht ist deutlich niedriger als bei der Konkurrenz.

Drei Varianten – für jeden Geschmack (und Geldbeutel)

RockShox teilt die SID SL in drei Hauptmodelle ein:

  • SID SL Ultimate Flight Attendant (1.499 € UVP): Elektronische Steuerung, Open/Pedal/Lock, alles automatisch.
  • SID SL Ultimate (2P/3P) (1.079 € UVP): Mechanische Steuerung via Remote oder Gabellockout – Open/Lock oder Open/Pedal/Lock.
  • SID SL Select (2P/3P) (819 € UVP): Gleiche Luftfeder, aber einfacherer Charger-Dämpfer.
RockShox SID SL Lockout
Unsere Testgabel war mit einer Lockouthebel an der Gabel und ohne Remote-Lockout zur Fahrwerkssteuerung ausgestattet. Es werden aber beide Optionen angeboten.

Vorteile der neuen SID SL

  • superleicht
  • Verbesserungen zielen auch auf Langlebigkeit ab
  • bessere Performance
  • Platz für 2,4-Reifen

Nachteile der neuen SID SL

  • Standrohre bleiben mit 32 mm sehr dünn
  • Rebound-Versteller ist popelig
RockShox SID SL Test
Die RockShox SID SL 2025 ist Ferrari unter den 32-mm-Race-Gabeln. Und das nicht nur wegen der Farbe.

Fazit – was bleibt hängen?

Die neue SID SL bleibt das, was sie immer war: die Top-Wahl für XC-Racer und Marathon-Fans, die jedes Gramm zählen – jetzt mit besserem Ansprechverhalten und mehr technischer Finesse. Auch preislich bewegt man sich mit dem Topmodell unterhalb der Preise der vergleichbaren Konkurrenten. Wir finden: Für leichte Fahrer ist die SID SL jetzt eine deutlich bessere Option als früher. Schweren Fahrern raten wir nach wie vor zur SID mit 120 mm Federweg und 35 mm Standrohren.

Flight Attendant – jetzt auch für Hardtails

Das elektronische Fahrwerkssystem von RockShox, Flight Attendant, kommt jetzt auch als reines Fork-Upgrade – perfekt für alle Hardtail-Racer. Bisher gab es das System nuer für Fullys. Wer mehr zu diesem System wissen will, sollte definitiv unseren ausführlichen Test dazu lesen. Spannend: Im Auto-Modus lassen sich jetzt einzelne Fahrwerksmodi wie „Pedal“ oder „Lock“ gezielt deaktivieren. Die „Lock“-Deaktivierung ist schon verfügbar, für „Pedal“ soll es bis Ende 2025 so weit sein.

Plus: Wer eine SID oder SID SL von 2021–2024 fährt, kann mit dem Flight Attendant Upgrade-Kit (649 €) nachrüsten. Damit wird selbst ein älteres Modell zum digitalen Trail-Sniper.

Rock Shox Flight Attendant
Wir haben das Flight Attendant Fahrwerk bei seiner Markteinführung bereits in einem Fully getestet. Jetzt ist es erstmals auch für Hardtails verfügbar.
Rock Shox Flight Attendant Hardtail
Die Gabel blockiert dann mittels hochsensibler Elektronik.
Rock Shox Flight Attendant
2025 kann man das Flight Attendant Fahrwerk erstmals auch ohne Dämpfer, also in Hardtails fahren. Das war vorher nicht möglich.

Über den Autor

Ludwig Döhl

... hat mehr als 100.000 Kilometer im Sattel von über 1000 unterschiedlichen Mountainbikes verbracht. Die Quintessenz aus vielen Stunden auf dem Trail: Mountainbikes sind geil, wenn sie zu den persönlichen Vorlieben passen! Mit dieser Erkenntnis hat er bike-test.com gegründet, um Bikern zu helfen, ein ganz persönliches Traumbike zu finden.

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