RockShox SID SL im Test
Wer dachte, dass bei der SID SL nicht mehr viel geht, wird 2025 eines Besseren belehrt. RockShox hat an seiner Race-Waffe ordentlich geschraubt – mit neuem Chassis, einer frischen Luftfeder und sogar einem Elektronik-Upgrade für die Tech-Freaks. Wir haben uns das XC-Leichtgewicht mal genauer angeschaut.
DebonAir+ – Was bedeutet das?
Neben dem Casting hat Rock Shox auch an den Innereien (der Luftfeder) gearbeitet. Die neue Luftfeder hört auf den Namen DebonAir+ und wurde von der regulären SID sowie der Pike übernommen. Im Klartext: mehr Feinfühligkeit durch eine größere Luftkammer und besserer Support im mittleren Federwegsbereich – gerade in ruppigen Downhill-Passagen war das während unseres Tests spürbar. Wer früher dachte, XC-Gabeln sind nur steif und hart, wird hier eines Besseren belehrt.
Leicht wie eh und je: 1.361 Gramm
Trotz Chassis-Update bleibt die SID SL ein Fliegengewicht: Gerade mal 1.361 Gramm bringt die Ultimate-Version mit 110 mm Federweg auf die Waage. Damit bleibt sie die leichteste 110-mm-XC-Gabel auf dem Markt – und spielt weiterhin in der Top-Liga.
Zum Vergleich: Die Rock Shox SID (ohne SL) wiegt mit 120 mm Federweg in der Ultimate-Ausführung 167 Gramm mehr. Die SID Flight Attendant haben wir sogar 250 Gramm gewogen. Fox 32 SC ist mit knapp über 1400 Gramm minimal schwerer. Auch die DT Swiss F232 kommt mit knapp unter 1500 Gramm nicht annähernd an den Wert ran, den Rock Shox mit seiner neuen SID in der Ultimativen Ausbaustufe vorgibt.
Drei Varianten – für jeden Geschmack (und Geldbeutel)
RockShox teilt die SID SL in drei Hauptmodelle ein:
- SID SL Ultimate Flight Attendant (1.499 € UVP): Elektronische Steuerung, Open/Pedal/Lock, alles automatisch.
- SID SL Ultimate (2P/3P) (1.079 € UVP): Mechanische Steuerung via Remote oder Gabellockout – Open/Lock oder Open/Pedal/Lock.
- SID SL Select (2P/3P) (819 € UVP): Gleiche Luftfeder, aber einfacherer Charger-Dämpfer.
Vorteile der neuen SID SL
- superleicht
- Verbesserungen zielen auch auf Langlebigkeit ab
- bessere Performance
- Platz für 2,4-Reifen
Nachteile der neuen SID SL
- Standrohre bleiben mit 32 mm sehr dünn
- Rebound-Versteller ist popelig
Fazit – was bleibt hängen?
Die neue SID SL bleibt das, was sie immer war: die Top-Wahl für XC-Racer und Marathon-Fans, die jedes Gramm zählen – jetzt mit besserem Ansprechverhalten und mehr technischer Finesse. Auch preislich bewegt man sich mit dem Topmodell unterhalb der Preise der vergleichbaren Konkurrenten. Wir finden: Für leichte Fahrer ist die SID SL jetzt eine deutlich bessere Option als früher. Schweren Fahrern raten wir nach wie vor zur SID mit 120 mm Federweg und 35 mm Standrohren.
Flight Attendant – jetzt auch für Hardtails
Das elektronische Fahrwerkssystem von RockShox, Flight Attendant, kommt jetzt auch als reines Fork-Upgrade – perfekt für alle Hardtail-Racer. Bisher gab es das System nuer für Fullys. Wer mehr zu diesem System wissen will, sollte definitiv unseren ausführlichen Test dazu lesen. Spannend: Im Auto-Modus lassen sich jetzt einzelne Fahrwerksmodi wie „Pedal“ oder „Lock“ gezielt deaktivieren. Die „Lock“-Deaktivierung ist schon verfügbar, für „Pedal“ soll es bis Ende 2025 so weit sein.
Plus: Wer eine SID oder SID SL von 2021–2024 fährt, kann mit dem Flight Attendant Upgrade-Kit (649 €) nachrüsten. Damit wird selbst ein älteres Modell zum digitalen Trail-Sniper.






