MTB Speeddating
Bist du Typ -Trailbike?

Bist du auf der Suche nach dem perfekten MTB, das gleichzeitig tourentauglich ist und auf anspruchsvollen Trails ordentlich abliefern kann? Zwischen Trailbikes, All-Mountains und Downcountrys herrscht oft Verwirrung, aber keine Sorge – im Dschungel der MTB-Kategorien leuchten wir dir den Weg!

MTB Trailbike-Test
Das Santa Cruz Tallboy ist ein Trailbike, wie es im Buche steht. 130 mm Federweg an der Gabel, 120 mm im Heck, gut rollende Reifen und ein niedriges Gewicht von 13,1 Kilo. Bleibt nur die Frage: Für wen ist es die richtige Wahl?

Adrenalin, Freiheit, Natur – ein Tag auf dem Mountainbike ist ein echtes Komplettprogramm für Körper und Seele. Um das zu erleben, muss man aber erst mal ein Bike haben. Ein passendes Bike! Doch der Bike-Markt ist übersät mit Fachtermini und Kategorie-Begriffen, die Neulinge und manch einem erfahrenen Biker den Schweiß auf die Stirn treiben. Wir greifen dir unter die Arme und schippern durch den Ozean aus Mountainbike-Kategorien, um dir zu zeigen, wann und warum ein Trailbike die richtige Wahl für dich sein könnte.

Dabei nehmen wir die Federweg-Frage unter die Lupe: Im amerikanischen Sprachgebrauch ist jedes Bike mit weniger als 160 mm Federweg ein Trailbike – hierzulande sieht die Definition anders aus. Insbesondere All Mountains (140-150 mm Federweg) und Downcountry Bikes (120 mm Federweg) liefern sich als angrenzende Kategorien ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Bereich des Federwegs. Ähnlich wie ein Schweizer Taschenmesser, versprechen Trailbikes und ihre nächstverwandten All Mountains ein Bike-Erlebnis, das sowohl auf langen Touren als auch bei wilden Waldritten nicht die Puste verliert.

Scott Spark Trailbike
Ein gutes Trailbike zeichnet sich nicht nur durch den Fahrspaß bergab aus. Bikes wie das Scott Spark finden die richtige Balance zwischen Tourentauglichkeit und Trailspaß.

Was macht ein Trailbike per Definition aus

Trailbikes gelten als Allrounder unter den Mountainbikes. Charakteristisch für diese Spezies ist ein Federweg von 130 mm an der Gabel. Damit liefert das Fahrwerk ausreichend Dämpfung für ernsthafte Mountainbike-Strecken. Gleichzeitig jedoch ist es so dimensioniert, dass es nicht zu schwer ist und die Agilität und das Ansprechverhalten des Bikes nicht beeinträchtigt werden. Im Heck findet sich oftmals ein etwas geringerer Federweg. Dies fördert eine lebendige Rückmeldung vom Untergrund und begünstigt das Spiel mit dem Bike auf wechselnden Terrains.

Die Bereifung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle: Trailbikes sind oft mit gut rollenden Reifen ausgestattet. Typische Vertreter unter den Trailbike-Reifen sind Maxxis Forekaster oder Schwalbe Nobby Nic Pneus. Sie bieten ein ausbalanciertes Profil zwischen Grip und Rollwiderstand. Dadurch wird sichergestellt, dass der Biker sowohl auf Anstiegen als auch in flotteren Passagen effizient vorankommt.

Trailbike-Federweg
Ein Trailbike hat 130 mm Federweg an der Gabel. Typischerweise sind 34er Gabeln von Fox oder Rock Shox Pike verbaut.

In puncto Gewicht setzt ein authentisches Trailbike Maßstäbe mit einer Marke, die üblicherweise unterhalb von 14 Kilogramm liegt. Das hilft nicht nur beim Klettern. Auch die generelle Handlichkeit des Bikes auf den Trails wird dadurch beeinflusst. Gerade wenn das Terrain fordert, schnelle Richtungswechsel zu vollziehen oder das Bike über Hindernisse zu heben, spielt jedes gesparte Gramm eine Schlüsselrolle.

Unverzichtbar in der Ausstattung eines zeitgemäßen Trailbikes ist die versenkbare Sattelstütze, oft auch als Dropper-Post bezeichnet. Sie ermöglicht es dir, den Sattel während der Fahrt abzusenken, um für technische Downhills oder anspruchsvolle Singletrails eine optimierte Bewegungsfreiheit und ein tieferes Schwerpunktlager zu erreichen. Fehlt sie, geht dir der Spaß auf dem Trail durch die Lappen.

MTB Touren-Fully
Bei einem Trailbike geht es nicht nur ums Bergabfahren, sondern auch um die Qualitäten im Uphill.

Das macht ein Trailbike aus

  • Federweg: 130 mm an der Gabel, oft etwas weniger im Heck.
  • Gewicht: Unter 14 Kilo
  • Sattelstütze: Versenkbare Sattelstütze ist Pflicht
  • Reifenwahl: Ein moderates Profil, das gut rollt und ausreichend Grip bietet.
Trailhardtail
Es gibt auch Hardtails, wie das Rose Bonero, mit 130 mm Federweg und mehr. Auch das sind Trailbikes.
Trailhardtail
Ein Trail-Hardtail ohne Dämpfer im Heck hat deutlich weniger Komfort als ein vollgefedertes Trailbike.

Trailhardtails sind auch Trailbikes

Wenn du denkst, dass Trailbikes nur die vollgefederten Plattformen sind, die scheinbar jeden Wurzelteppich und Schotterpassage in einen glatten Teppich verwandeln, bist du falsch. Trailhardtails mit starrem Heck schicken sich an, die Herzen der Biker, die Wert auf Einfachheit und rohe Trail-Erfahrung legen, zu erobern. Sie markieren den Mittelweg zwischen den ultraleichten Racehardtails und den vollgefederten Arbeitspferden. Das Rose Bonero oder das Orbea Laufey halten die Fahnen in diesem Bereich hoch.

Diese Bikes sind vor allem auch deswegen so beliebt, weil sie die Geldbörse schonen. Ein gutes Trailhardtail kannst du bereits für rund 1700 Euro dein Eigen nennen, während du für ein solides Fully mindestens 2500 Euro aufwärts kalkulieren musst. Doch nicht nur die finanzielle Ersparnis ist bemerkenswert, sondern auch das Gewicht. Mit rund 2 Kilogramm weniger auf den Rippen, bieten diese schlanken Maschinen eine spritzige Beschleunigung, mit der du nicht nur Trails meistern, sondern auch große Berge bezwingen kannst.

Für die Fahrer, die das Ursprüngliche suchen, die jede Bodenwelle spüren und mit dem Gelände verschmelzen wollen, für die ist das Trailhardtail die Waffe der Wahl. Unverfälscht und direkt überträgt es jeden Impuls, jede Aktion ohne den Filter eines Hinterbaufederungssystems – ein puristisches Erlebnis, das dir die volle Kontrolle in die Finger spielt. Ein echtes Trailhardtail ist somit viel mehr als ein abgespecktes Downhill-Bike, es ist ein Statement für alle, die mit Skill, Kondition und einer gehörigen Portion Leidenschaft über die Trails wieseln wollen.

Trailbike-Einsatzgebiet
Flowige, nicht zu steile Trails. Hier fühlt sich ein Trailbike wohl.

Was ist das perfekte Einsatzgebiet von Trailbikes?

Trailbikes sind wahre Alleskönner auf dem Mountainbike-Markt und glänzen insbesondere auf langen Touren, die sowohl Ausdauer als auch technisches Können fordern. Sie vereinen Pedalierbarkeit für Strecken zwischen 50 und 100 Kilometern mit der Fähigkeit, Höhenmeter effizient zu meistern. Dank ihrer gut rollenden Reifen und dem niedrigen Gewicht offerieren sie ein angenehmes Fahrgefühl beim Kurbeln. Selbst bei langen Sitzungen im Sattel gehen einem so die Körner nicht so schnell aus.

Aber Trailbikes sind nicht nur für die ausdauernden Tourenliebhaber die richtige Wahl. Sie packen auch leichte Sprünge und zeigen sich damit spielerisch auf zahmen, flowigen Trails. Das Zusammenspiel aus wenig Federweg und niedrigem Gewicht ermöglicht es dem Biker, auf natürlichen Trails zu surfen und den Flow bei jedem Pedaltritt zu spüren. Besonders auf den immer beliebter werdenden Flowtrails in Bikeparks – wo vorrangig die Geschmeidigkeit der Fahrt zählt – beweisen sie ihre Qualitäten.

MTB Trailcenter
Flowige Strecken in Trailcentern oder Flowtrails wie der Flowcountry Trail im Bikepark Geißkopf machen mit einem Trailbike sehr viel Spaß.

Ein Besuch im nächsten Trailcenter wird mit einem Trailbike zur freudvollen Erfahrung, denn sie sind dafür konzipiert, eine Vielzahl von Strecken zu bewältigen, ohne dass Spezialisierung nötig wird. Was sie jedoch leicht in die Knie zwingt, ist das hohe Tempo auf fordernden, technisch anspruchsvollen Naturtrails. Hier zeigt sich die Grenze des geringeren Federwegs, welcher die Biker dazu auffordert, das Tempo anzupassen und statt auf rohe Geschwindigkeit eher auf Technik und Kontrolle zu setzen.

Unterm Strich machen die Kombination aus Vielseitigkeit, Effizienz und einem gewissen Grad an technischer Kompetenz Trailbikes zu echten Alleskönnern. Damit sind sie die ideale Wahl für jene Biker, die das Maximum aus ihren Abenteuern auf zwei Rädern herausholen wollen. Egal ob Alpenüberquerung, Hometrail oder gelegentlicher Besuch im Trailcenter. Trailbikes sind treue Begleiter auf den Entdeckungsfahrten durch die facettenreiche Welt der Mountainbike-Trails.

Bike für Alpencross
Das niedrige Gewicht und die gut rollenden Reifen machen das Bike aber auch zum perfekten Partner für Alpenüberquerungen.

Für wen ist ein Trailbike die richtige Wahl?

Ein Trailbike bildet die perfekte Synergie für Biker, die die Fülle an Herausforderungen der Mountainbike-Disziplinen erleben und sich sowohl in den Anstiegen quälen als auch in den Abfahrten jubeln möchten. Du gehörst zu jenen, die nicht ausschließlich dem Nervenkitzel der Gravity-Szene nachjagen, sondern auch den schweißtreibenden Aufstieg als integralen Bestandteil deines Abenteuers begreifen? Dann bist du im Segment der Trailbikes goldrichtig. Diese Boliden sind darauf ausgelegt, ein ausgewogenes Fahrverhalten zu bieten, und punkten mit einer Geometrie, die sowohl beim Hochstrampeln als auch beim Hinuntersausen eine gute Figur macht.

Die Tourenfahrer unter euch, die keine Kompromisse in der Abfahrt eingehen möchten, finden wahrscheinlich eher in einem All Mountain den idealen Partner. Sobald der Trail nach unten zeigt, wirst du die extra Reserven dieser Bikes mit 140 bis 150 Millimeter Federweg zu schätzen wissen. Sie bieten dir jenen Sicherheitspuffer, der auf technischen Passagen oder in Highspeed-Sektionen das Zünglein an der Waage sein kann.

Und für die Newcomer unter uns, die erst Erkundungstouren in das weite Land des Mountainbikens unternehmen, bildet das Trailbike die perfekte Basisstation. Du kannst auf diesem Gefährt sämtliche Richtungen austesten – ob Cross-Country, All-Mountain oder die sanfteren Seiten des Enduro-Bereichs. Es ist die Allzweckwaffe, die dir den Raum bietet, ohne bevorzugten Schliff die verschiedensten Trails zu rocken und dabei herauszufinden, wo dein Herzblut wirklich fließt.

Trailbike-Einsatzgebiet
Trailbikes sind die perfekten Gefährten, um lange Touren zu unternehmen. Ihr vielseitiger Charakter macht auch das Reinschnuppern in alle Facetten des Bikesports möglich. Das ist vor allem für Anfänger ein großer Vorteil.

Wer sollte die Finger von einem Trailbike lassen

Ein Trailbike ist ein echter Allrounder – es ist das Schweizer Armee-Messer unter den Mountainbikes. Aber klar, nicht jeder Biker wird seine wahre Freude mit einem solchen Alleskönner haben. Zuallererst die Adrenalinjunkies, die nichts mehr lieben, als mit Vollgas die Downhill-Trails zu shredden, sollten eher einen Bogen um Trailbikes machen. Sollten deine Ambitionen darin liegen, jede noch so kleine Kicker-Line in Angriff zu nehmen oder dir deine Wochenenden im Bikepark zwischen den Staubwolken vorzustellen, dann sind All Mountains oder Enduros der Schlüssel zu deinem Glück. Diese Gefährten sind in der Abfahrt einfach unschlagbar und bieten dir die nötigen Reserven, wenn es wirklich ruppig wird.

Downcountry Bike
Wer mit dem Gedanken spielt öfter mal bei einem Marathon an den Start zu gehen, der wird mit einem Downcountry Bike wie dem Spezilaized Epic Evo mit nur 120 mm womöglich glücklicher als mit einem Trailbike.

Ebenso die Racer unter euch, die regelmäßig bei einem Cross-Country (CC) Rennen an den Start gehen oder sich beim nächsten Marathon in die Top-Platzierungen kämpfen wollen, sollten sich eher nach einem Down-Country-Renner oder einem dedizierten Racebike umsehen. Diese Bikes sind auf Geschwindigkeit und Effizienz getrimmt – jedes Gramm zählt und der Vortrieb steht im Vordergrund. Mit einem Trailbike wärst du in diesen Disziplinen eher benachteiligt, denn die Extra-Federwege und eine auf Komfort ausgelegte Geometrie kosten dich wertvolle Sekunden und Energie, die zwischen Podium und Mittelfeld entscheiden können.

Also, wenn du in deinen Bike-Aspirationen die Gravitationsgesetze herausfordern oder bei Rennen die Konkurrenz in die Schranken weisen willst, ist ein Trailbike nicht die richtige Wahl für dich. Für diese Einsatzbereiche gibt es spezialisierte Maschinen, die deine Bedürfnisse nicht nur erfüllen, sondern deine Erwartungen übertreffen. Entscheide weise und wähle dein Bike nicht nur nach Aussehen, sondern nach dem Terrain und den Zielen, die du dir gesetzt hast.

Enduro-Einsatzgebiet
Wenn du dir dein Bike-Wochenende so vorstellst, dann lass die Finger von einem Trailbike und greife zu einem Enduro.
Trailbike Abgrenzung zu Downcountry
Auch Sekundenjäger bei Marathon- oder Cross-Country-Rennen werden auf Dauer mit einem Trailbike nicht glücklich. Downcountry-Bikes wie das Mondraker F-Podium sind hier die bessere Wahl.

Für wen ist ein Trailbike jetzt das richtige Bike?

Trailbikes sind die eierlegenden Wollmilchsäue der Mountainbike-Welt. Mit 130 mm Federweg taugen sie perfekt für die Feierabendrunde auf der Hausrunde wie auch für die Alpenüberquerung oder den Trip ins Trailcenter am Wochenende. Wer seinen Horizont auf den Trails erweitern will, ohne auf Tourenqualitäten zu verzichten, für den halten Trailbikes den goldenen Mittelweg bereit. Sie beweisen, dass man nicht zwischen Fahrspaß und Langstreckenkomfort wählen muss.

Über den Autor

Ludwig

... hat mehr als 100.000 Kilometer im Sattel von über 1000 unterschiedlichen Mountainbikes verbracht. Die Quintessenz aus vielen Stunden auf dem Trail: Mountainbikes sind geil, wenn sie zu den persönlichen Vorlieben passen! Mit dieser Erkenntnis hat er bike-test.com gegründet, um Bikern zu helfen, ein ganz persönliches Traumbike zu finden.

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