Bestes All Mountain unter 4000 €?
Cube Stereo One44 C:62 Race im Test

Das Cube Stereo One44 C:62 Race verspricht das, wonach sich viele Biker sehnen. Es ist ein leichtes, gut ausgestattetes Bike zu einem attraktiven Preis. Ist das Cube Stereo One44 Race das vernünftigste Tourenfully, das man sich 2024 kaufen kann, oder gibt es einen Haken an der Sache?

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Cube ist dafür bekannt, seine Bikes zum guten Preis maximal auszustatten. Man könnte sogar sagen: Unter den Fachhandelsmarken ist Cube der König der Preis-Leistung. Und das 2024er Cube Stereo One44 C:62 Race schiesst in der Ausstattung pro Euro Wertung den Vogel ab. Denn für 3999 € liefern die Bayern nicht nur ein komplettes Fox Factory Fahrwerk und eine lupenreine XT-Ausstattung. Mit einem Komplettgewicht von nur 12,7 Kilo (ohne Pedale in Größe L) ist das Stereo One44 C:62 Race auch eines der leichtesten All Mountains mit 140 Millimeter Federweg, das wir seit Langem gesehen haben.

Cube Stereo One44 Test
Ist das Cube Stereo One44 C:62 Race das beste Tourenfully unter 4000 €?

Das macht das Cube Stereo One44 C:62 Race besonders

  • Gewicht: nur 12,7 kg bei 140 mm Federweg
  • Ausstattung: Fox Factory Fahrwerk & komplette Shimano XT-Gruppe bei 3999 €
  • Sahnehäubchen: Platz für 2 Flaschenhalter & Staufach im Unterrohr

Damit lässt Cube die Konkurrenz beim ersten Faktencheck alt aussehen. Wie kann Cube so ein Komplettpaket anbieten und passt die Leistung des Stereo One44 auch auf dem Trail oder nur auf dem Datenblatt?

Flaschenhalterposition Cube Stereo
Neben der klassischen Flaschenhalterposition am Unterrohr gibt es die Möglichkeit, einen zweiten Flaschenhalter an der Unterseite des Oberrohrs zu montieren.
Cube Stereo One44 Staufach
Im Unterrohr hat Cube ein Staufach integriert. Ersatzschlauch und Minitool lassen sich hier problemlos unterbringen.

Wie leicht sind 12,7 Kilo für ein All-Mountain wirklich?

Die 12,7 Kilo auf unserer Werkstattwaage erreicht das Cube Stereo One44 Race in Rahmengröße L ohne Pedale und mit tubeless montierten Reifen. Die Tabelle unten hilft nicht nur, das Gewicht besser einzuordnen. Sie macht auch klar: leichtere oder ähnlich schwere Bikes werden deutlich teurer oder haben weniger Federweg. Selbst bei höherem Preis wird es mit 140 Millimetern Federweg meist schwerer.

Cube Stereo One44 Test
Das niedrige Gewicht spürt man auch in der Abfahrt, denn das Vorderrad des Cube Stereo lässt sich mit Leichtigkeit anlupfen. Das weckt den Spieltrieb in jedem Biker.
Modell Federweg Preis Gewicht Link zum Test
Canyon Neuron CF9 140 mm / 130 mm 4.999 € 12,96 Kilo zum Test
STEREO ONE44 C:68X SLT (Topmodell) 140 mm / 140 mm 6.299 € 12,2 Kilo zum Test
Santa Cruz 5010 140 mm / 130 mm 10.000 € 13,6 Kilo zum Test
Scott Spark 910 130 mm / 120 mm 6.299 € 12,3 Kilo zum Test
YT Jeffsy Core 5 150 mm / 145 mm 4.999 € 15,5 Kilo zum Test
Canyon Lux Trail CFR 120 mm / 115 mm 6.499 € 11,5 Kilo zum Test
Canyon Neuron CF 9
Das Canyon Neuron CF 9 ist mit Sicherheit der stärkste Konkurrent des Cubes. Bei unserem Test brachte es in derselben Preisklasse nur 250 Gramm mehr auf die Waage.
Santa Cruz 5010
Preislich gesehen ist das Santa Cruz 5010 für 10.000 € in einer völlig anderen Liga. Mit 140 mm Federweg hat es aber denselben Einsatzbereich wie das Cube, ist aber 900 Gramm schwerer und deutlich abfahrtsorientierter.
YT Jeffsy
Bikes wie das YT Jeffsy oder das Canyon Spectral CF sind mit 150 mm Federweg an der Gabel, aber vor allem wegen der heavy duty Ausstattung deutlich leistungsfähiger bergab. Wiegen aber schnell mal auch 2-3 Kilo mehr. Eine Pille, die man bergauf schlucken muss.

Von Mittelgebirge bis zur Alpenüberquerung – ein breiter Einsatzbereich ist Trumpf

Als All Mountain mit 140 Millimeter Federweg ist das Cube Stereo One44 ein klassisches All Mountain. Der Blick auf die Bereifung verrät allerdings, dass Cube bei der Ausstattung einen besonderen Wert auf die Tourentauglichkeit gelegt hat. Mit den Maxxis Forekaster Reifen wildert das Stereo One44 ganz klar bei den Trailbikes mit etwas weniger Federweg. Andere Hersteller ziehen bei 140 Millimeter abfahrtslastigere Reifen mit mehr Profil und Pannenschutz auf.

Der Effekt dieser Reifenwahl: Der Laufradsatz wiegt inklusive Reifen, Kassette und Bremsscheiben nur 4490 Gramm. Ein derart leichter Aufbau macht auch Touren mit über 2000 Höhenmetern problemlos möglich. So qualifiziert sich das Cube nicht nur für die traillastige Tour im Mittelgebirge, sondern sogar für die nächste Alpenüberquerung. Mit etwas mehr Reifenprofil spricht bei dem Federweg aber auch nichts gegen einen gelegentlichen Einsatz auf leichteren Bikeparkstrecken. Unser Praxistest zeigt, wie breit der Einsatzbereich wirklich ist, verrät aber auch, dass das Stereo One44 kein regelmäßiger Bikepark-Shredder ist.

Cube Stereo One44 bergauf
Das Cube Stereo One44 ist ein Bike, dessen Stärken sich nicht nur in der Abfahrt zeigen. Tourenfahrer und Alpenüberquerer werden den breiten Einsatzbereich lieben.

Auf dem Trail: leicht und vielfältig

Schon auf den ersten Metern wird klar: Hier geht es vorwärts. Das Stereo One44 lässt sich ohne störendes Wippen am Hinterbau zum Traileinstieg treten. Wer wirklich ganz sportlich unterwegs sein will, kann den Plattformhebel am Dämpfer auch im Sitzen gut erreichen. Die Sitzposition fällt nicht zu sportlich aus. Im Sattel nimmt man eine leicht aufrechte Haltung ein, welche die Last von den Handgelenken nimmt. Die gut rollenden Reifen, die leichten Laufräder und das niedrige Gesamtgewicht schmeicheln jedem Tourenfahrer beim Tritt in die Pedale. Das Cube Stereo One44 und das Canyon Neuron sind zweifelsohne die vortriebstärksten 140er-All Mountains am Markt.

Neigt sich der Trail Richtung Tal, packen die Shimano XT-Trail Bremsen gut zu. Mit den hochwertigen IceTech-Scheiben nutzt das Stereo One44 in der C:62 Race Version die Power der Bremsanlage voll aus.

Die wichtigsten Wertungen des STEREO ONE44 C:62 RACE 29 im Vergleich zum relevanten Marktumfeld (All Mountain bis 4500 €) .

Das Fahrwerk arbeitet, wie sollte es bei der höchsten Qualitätsstufe von Fox auch anders sein, sehr feinfühlig. Die 34er Gabel spricht selbst auf kleinste Wurzeln gut an. Und auch gröbere Schläge packt die Gabel und der Dämpfer weg, ohne ins Straucheln zu kommen. Der Hinterbau arbeitet dabei linearer als vergleichbare Hinterbauten. Im Trail zeigt sich das vor allem durch einen komfortorientierteren Charakter über den kompletten Federweg. Bei Bikes wie dem Raaw Jibb bietet der Hinterbau deutlich mehr Gegendruck im letzten Drittel des Federwegs und unterstützt so eine aktivere Fahrweise besser. Aber das Cube versackt dennoch nicht im Federweg.

Fox DPS Float Factory Dämpfer
Das hochwertige Fox Factory Fahrwerk ist in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich und arbeitet auf dem Trail zu unserer vollsten Zufriedenheit.
Shimano 1x12 XT Schaltung
Kein Wunderwerk der Innovation, aber solide: Die Shimano 1x12 XT-Schaltung wechselt die Gänge zuverlässig, so wie man das von ihr gewohnt ist.

Die Geometrie funktioniert sehr gut und vermittelt auch bei höherem Tempo viel Sicherheit. Auf nassem oder losem Untergrund könnten die Forekaster Reifen mehr Grip spendieren. Während andere Bikes auf dem Trail einen deutlichen Charakter zeigen, bleibt das Cube im Trail bergab ein zuverlässiger, aber neutraler Partner. Es funktioniert sehr gut, wächst im Singletrail aber auch nicht über sich hinaus.

SIZE XXS XS S M L XL XXL
Hersteller-Größenbezeichnung
-
-
S
M
L
XL
-
Laufradgröße
-
-
29
29
29
29
-
Stack
-
-
615
624
633
651
-
Reach
-
-
430
450
475
502
-
Oberrohrlänge
-
-
575
599
627
660
-
Sitzrohrlänge
-
-
370
405
420
470
-
Sitzwinkel
-
-
75,9
75,9
75,9
75,9
-
Steuerrohrlänge
-
-
103
113
123
143
-
Lenkwinkel
-
-
65,4
65,4
65,4
65,4
-
Tretlagerabsenkung
-
-
33,5
33,5
33,5
33,5
-
Tretlagerhöhe (absolut)
-
-
-
-
-
-
-
Kettenstrebenlänge
-
-
434
434
434
434
-
Radstand
-
-
1177
1201
1230
1266
-
Überstandshöhe
-
-
-
-
-
-
-

Was macht die Konkurrenz im All-Mountain-Sektor?

Der schärfste Konkurrent mit 140 Millimetern an der Gabel ist mit Sicherheit das Canyon Neuron. Es hat eine ähnliche vortriebsorientierte Ausrichtung, kann in der Preis-Leistung aber nicht 100 % mithalten. Bei vergleichbarer Ausstattung ist das Canyon Neuron CF immer etwas teurer. Auch Discounter wie Decathlon beißen sich mit dem Rockrider Feel 900s in dieser Disziplin die Zähne am bayerischen Hersteller Cube aus. Beim Thema Leichtbau ist auch das Orbea Occam SL ein spannender Sparringspartner.

Cube Stereo One44
Das Cube Stereo One44 ist bergab sicher kein Spaßkiller, aber es gibt Bikes, die hier aufgrund anderer Auslegung deutlich solider auftreten. Das Scor 2030 oder das Santa Cruz 5010 haben bei gleichem Federweg einen spürbar anderen Charakter.

Bikes wie das Santa Cruz 5010 oder das Raaw Jibb stellen mit einer deutlich abfahrtsorientierteren Ausstattung den Gegenentwurf zum Cube One44 mit demselben Federweg dar. Die Entscheidung, welches Konzept einem persönlich zusagt, kann jeder Biker persönlich fällen. Wir haben euch die vortriebsorientierten Bikes von Canyon, Orbea und Cube mal in einen Vergleich gepackt.

Alle Cube Stereo One44 Modelle auf einen Blick

Wie gewohnt liefern wir nicht nur tiefgründige Einblicke in die Details. Im Gegensatz zu allen anderen Medien erlaubt es unser innovatives und absolut objektives Testsystem, euch Informationen zur kompletten Modellfamilie zu liefern. Der preisliche Einstieg bei den Stereo One44 Modellen von Cube liegt bei knapp über 3000 €. Wen das andere Ende der Preisliste interessiert, für den haben wir auch das Topmodell für 6999 € unter die Lupe genommen. Wer billiger über knackige Trails fahren will, der landet zwangsläufig bei einem Trailhardtail wie zum Beispiel dem Rose Bonero.

Cube Tourenfully
Das Cube Stereo One44 ist ein klassisches Tourenfully. Im Vergleich zu vielen Konkurrenten macht es vor allem bergauf eine richtig gute Figur.

Testfazit zum Cube Stereo One44 C:62 Race

Cube wirft mit dem Stereo One44 C:62 Race ein All-Mountain auf den Markt, nach dem sich viele Tourenfahrer sehnen. Es ist leicht, es ist gut ausgestattet und es ist bezahlbar. Die klare Ausrichtung auf die Tourentauglichkeit macht Abenteuer wie eine Alpenüberquerung problemlos möglich, fordert aber auch ihren Tribut.
Das Cube Stereo One44 macht bergab Spaß, ist aber weder Highspeed-Bügeleisen noch eine verspielte Trailmaschine. Das Cube ist ein sehr guter Allrounder mit exzellenter Preis-Leistung. Wer demnächst die Alpen überqueren will, wird in dieser Preisklasse kein besseres Bike finden. Bergab gibt es Bikes mit 140 mm Federweg und mehr Potenzial.

Über den Autor

Ludwig

... hat mehr als 100.000 Kilometer im Sattel von über 1000 unterschiedlichen Mountainbikes verbracht. Die Quintessenz aus vielen Stunden auf dem Trail: Mountainbikes sind geil, wenn sie zu den persönlichen Vorlieben passen! Mit dieser Erkenntnis hat er bike-test.com gegründet, um Bikern zu helfen, ein ganz persönliches Traumbike zu finden.

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